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Digitaler workflow - effizient planen, bauen und betreiben

Pilotprojekt „BIM-Café“ mit 25 Gästen von formitas und Zertifizierung Bau initiiert

Berlin. Die Digitalisierung hält auch beim Bauen Einzug: "Building Information Modeling", kurz BIM, ist ein auf einem 3D-Modell basierender Prozess, der Architekten, Ingenieuren und Bauunternehmen Informationen und Werkzeuge für effiziente Planung, Entwurf, Konstruktion und Verwaltung bereitstellt. Was sich in diesem Satz kompliziert anhört, haben die Veranstalter des „Bim-Cafés“ inhaltlich auf eine lockere Plattform gestellt und, wie es formitas-Geschäftsführer Hagen Schmidt-Bleker humorvoll ausführte, diesen ersten „Digitalgipfel“ zwischen Stuhlkreis, Impulsvorträgen und fachlichem Austausch angesiedelt.

Eingeladen hatte das Team der Zertifizierung Bau GmbH unter Federführung von Dipl. Ing. Simon Schenkel Interessenten der Baubranche in die Räumlichkeiten der Zertifizierung Bau in Berlin, die Umsetzung lag in Händen der formitas AG. Den Gästen einen Überblick über BIM zu geben, ihnen die Methode BIM - von der Planung über den Bau bis hin zum Management - näher zu bringen, stand im Fokus der Veranstaltung.

Gleich eingangs griff Schmidt-Bleker die häufig gestellte Frage auf, ob denn die Digitalisierung überhaupt der richtige Weg für die angesprochene Zielgruppe der Planer, Architekten oder Ingenieure sei? "Eines ist klar: Die Arbeitsproduktivität in der Baubranche hat sich in den zurückliegenden Jahren nicht weiterentwickelt." Prozesse seien wenig oder nur ansatzweise digitalisiert. Daher sein Appell: "In der Bauwirtschaft sollten wir produktiver werden.“ Nachfolgend wurden aus unterschiedlichen Perspektiven Erfahrungen mit BIM beleuchtet, Vorteile und Möglichkeiten dieser digitalen Methode dargestellt. Die Frage, ob die Technik überhaupt schon ausgereift sei, beantwortete Schmidt-Bleker: „Das Thema ist technisch reif, jedes Gebäude lässt sich als digitales Gebäude abbilden.“ Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund wichtig, wenn es irgendwo bereits in der Planung "knalle". Durch Digitalisierung sei eine automatische Auswertung gewährleistet, „so wird offensichtlich, wo die Fehler sitzen.“ Diese Transparenz komme einem „kulturellen Wandel“ gleich. Aus dem Kreis der 25 Teilnehmer wurde die Befürchtung geäußert, ob BIM nicht viel zu komplex, möglicherweise gar nicht beherrschbar sei? "Der gesamte Workflow ist digital abbildbar, schon heute werden in der Praxis vielfältige Mehrwerte durch die Digitalisierung generiert.“ So erhielten Planer fundierte Beurteilungskriterien für ihre Planungsphasen, die Optimierung von Arbeitsabläufen stehe für Bauunternehmen im Blickpunkt und auch das Facility-Management könne aus den vielfältig zur Verfügung stehenden Daten der Gebäude einen Mehrwert erschließen.

In anschließenden Gesprächskreisen wurde unter dem Tenor "Was sind Ihre kühnsten Träume in Bezug auf BIM, was Ihre schlimmsten Befürchtungen?" unter anderem den Fragen nachgegangen, wie sichergestellt werden könne, dass das BIM-Projekt gelingt, welche Aufgaben BIM-Manager und -Koordinatoren erfüllen müssten und wo es sinnvoll sei, mit BIM anzusetzen? Hier konnte Simon Schenkel mit dem Thema "Gütezeichen BIM Kompetent" Antworten geben. In seinem Kurzvortrag erläuterte der Mitarbeiter der Zertifizierung Bau die Vorteile eines Gütezeichens. "Viele sprechen über BIM - aber die meisten sehen nur ihren spezifischen Anwendungsfall und erfassen nicht das große Ganze.“ Dabei schaffe ein Zertifikat, ein Gütezeichen, die Möglichkeit, Auftraggebern Kompetenzen transparent darzustellen, sich von der Masse abzuheben und leistungsfähige von nicht so starken Unternehmen zu unterscheiden. Wichtige Argumente darüber hinaus: "Interne Abläufe können durch Externe günstig geprüft werden, ohne teure Beratungsunternehmen einschalten zu müssen. Schnittstellen zu anderen Leistungsträgern können projektunabhängig bewertet werden und die eigene Leistungsfähigkeit wird unabhängig, neutral und projektunabhängig bewertet.“ Genau dies gewährleiste die Zertifizierung Bau. Nachfolgend stellte Simon Schenkel Parameter für ein Zertifizierungsprogramm und den Ablauf einer Zertifizierung dar. Der Referent betonte, dass BIM keine Software-Anwendung sei, sondern eine Methode zur optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden mit Hilfe von Software biete. "Software und Prozesse müssen BIM fähig sein.“ Dabei sei Grundvoraussetzung - neben dem weitergeführten Bauwerksmodell - vor allem die um das Projekt herum gebildeten Prozesse zum Informationsaustausch, „…die erst ein funktionsfähiges Bauwerksmodell mit all seinen Vorteilen entstehen lassen.“ Wie Simon Schenkel abschließend verdeutlichte, werde aktuell von formitas und der Zertifizierung Bau geprüft, ob das vorgestellte Zertifizierungsprogramm zur Prüfung und Bestätigung der BIM Fähigkeit von Unternehmen, Prozessen und Projekten marktfähig sei. Hierzu würden Schnittstellen zur Implementierung in bestehende Unternehmensprozesse geprüft. Nachfolgend ist die Etablierung einer RAL Gütegemeinschaft geplant.